Was ist Atemtherapie?
Atemtherapie ist ein körperzentrierter Zugang zu uns selbst. Der Atem reagiert oft auf äussere und innere Reize, bevor wir sie bewusst wahrnehmen. Auch Muskelspannung, Körperhaltung und Bewegung verändern sich mit unserem Erleben. Erfahrungen können sich so in wiederkehrenden Mustern zeigen.
In Stresssituationen reagiert unser Nervensystem automatisch mit Schutzreaktionen wie Kampf, Flucht oder Erstarrung. Diese Reaktionen sind grundsätzlich sinnvoll. Bleibt der Körper jedoch über längere Zeit in erhöhter Anspannung oder Schutzbereitschaft, kann es schwieriger werden, wieder in Ruhe und Erholung zurückzufinden.
In der Atemtherapie geht es nicht darum, den Atem zu kontrollieren. Ausgangspunkt ist das eigene Atemmuster, wie es sich im Moment zeigt. Es geht mehr darum, die Signale wahrzunehmen, mit uns in Kontakt zu bleiben und nach Möglichkeit – und mit den verfügbaren Ressourcen – selbstwirksam zu sein.
In der Therapie können durch Bewegung, Berührung und Gespräch Zusammenhänge bewusster werden, Muster sich lösen, das vegetative Nervensystem sich beruhigen und neue körperliche Erfahrungen entstehen.
Eine Sitzung kann Atem- und Körperübungen im Sitzen, Stehen, Liegen oder in Bewegung umfassen. Je nach Anliegen können Gespräche, Körperarbeit auf der Liege, Atemmassage, Stimme, Bildarbeit oder einfache Übungen für den Alltag dazukommen.
Für die Sitzung ist bequeme, nicht einengende Kleidung vorteilhaft.